Warum die Bananen krumm sind

Daß die Bananen krumm sind, ist auf einen thermodynamischen Effekt zurückzuführen, der seinen Ursprung in der Erdrotation hat.

Die Korrioliskraft

Unter der Korrioliskraft versteht man die vermeintliche Kraft die die Richtung der stärksten Luftströme beeinflußt. Durch die größere Sonneneinstrahlung am Äquator erhitzen sich die dortigen Luftmassen deutlich höher als an den übrigen Breitengraden. Die warmen Luftmassen steigen auf und erzeugen so einen Unterdruck, der von den kühleren, also tiefer liegenden, Luftmassen der benachbarten Breitengrade ausgeglichen wird. Durch die Ausgleichsstömung der kühlen Luftmassen am Boden, ergibt sich umgekehrt ein Unterdruck in den höheren Luftlagen der nichtäqutorialen Breitengrade. Dieser wird durch die am Äquator aufsteigende warme Luft ausgeglichen, so daß es unentwegt zu einer Luftzirkulation kommt.


Abb. 1: Die äquatorialen Ausgleichströmungen

Stehende Luftmassen haben die selbe Rotationsgeschwindigkeit um die Erdachse, wie die unter ihnen liegenden Erde. Durch den zum Äquator hin wachsenden Radius (von der Erdachse aus gemessen) unterscheiden sich Rotationsgeschwindigkeiten der Luftmassen auf unterschiedlichen Breitengraden. Während die Luft an den Polkappen quasi steht, bewegen sie sich am Äquator am schnellsten.
Kommt es nun zu Ausgleichströmungen über der Breitengrade hinaus, so macht sich die unterschiedliche Fließgeschwindigkeit in Form von Ablenkungen bemerkbar. So fließt die träge, kalte Luft mit langsamerer Geschwindigkeit auf den Äquator zu als die dortigen Landmassen sich seitlich bewegen. Die kalten Luftströme werden somit in westliche Richtung "abgelenkt". Umgekehrt fließen die warmen Luftströme mit der Geschwindigkeit vom Äquator fort, die die Erde am Äquator besitzt. Durch die deutlich geringere Rotationsgeschwindigkeit der Erde in den abgelegeneren Breitengraden besitzt sie somit einer höhere Geschwindigkeit und wird somit in Richtung Osten "abgelenkt". Diese vermeintliche Kraft wird "Korrioliskraft" genannt.

Abb. 2: Die Korrioliskraft lenkt die Luftströme seitlich ab.

Dieser Effekt kann zum Beispiel anhand der Luftströme "Passat" (zum Äquator hin) und "Monsun" (vom Äquator weg) beobachtet werden. Während in der nördlichen Hemisphäre der Passat von Nord-Ost und der Monsun von Süd-West weht, verhält es sich auf der südlichen Hemisphäre genau anders herum. Hier weht der Passat aus Süd-Ost und der Monsun aus Süd-West.


Abb. 3: Die Luftströme der Erde

Die Krümmung der Banane

Die am Baum reifenden Bananen sind folglich zwei Luftströmungen ausgesetzt. Während von unten kühle Luft zufließt zieht weiter oben warme Luft ab. Die Temperaturunterschiede der Winde beeinträchtigt das Wachstum der Banane in der Art, daß die Zellteilung auf der kälteren Seite langsamer von Statten geht, als auf der wärmeren Seite. Hierdurch bekommt die Banane ihre Krümmung.


Abb. 4: Die Banane wächst zwischen zwei Luftströmen

Abb. 5: Die Temperaturunterschiede erzeugen die klassische Krümmung

Dadurch, daß auf der nördlichen Hemiphäre die warme Luft in süd-westlicher Richtung fließt, bekommen dort angepflanzte Bananen eine Linkskrümmung, während Bananen südlich des Äquators eine Rechtskrümmung aufweisen.


Abb. 6: Bananen der nördlichen Hemisphäre

Abb. 7: Bananen der südlichen Hemisphäre


Reinhard Kreutz [zurück]