Warum die Maya ausgestorben sind

Die Maya waren eine sehr hochentwickelte Zivilissation. Ihre Bauwerke zeugen noch heute von der hohen Kultur dieses Volkes. Ein gutes Beispiel ist die Kukulkan Pyramide in Abbildung 1.


Abb. 1: Die Pyramide in Kukulkan, Mexiko

Wie konnte eine so hoch stehende Kultur auf dem Gipfel ihrer Blüte so plötzlich verschwinden ? Eine bisher lange favorisierte These ist die, daß die Maya durch die spanischen Eroberer ausgerottet wurden. Neueste Forschungen haben jedoch festgestellt, daß die wenigen hundert "Concestadores", trotz ihrer militärischen Überlegenheit durch die mitgeführten Musketen, unmöglich in der Lage gewesen sein konnten, ein ganzes Volk zu ermorden. Eine neue These geht vielmehr dahin, daß religiöser Übereifer sowie eine besondere planetarische Konstellation dazu geführt haben, daß die Maya ausstarben.

Die Maya übten einen Sonnenkult aus, bei dem sie auf der Spitze der sehr steilen Tempelpyramiden der Sonne Blutopfer darbrachten. Die Zeit, als die Maya verschwanden, ist durch eine Serie von Sonnenfinsternissen im Südamerikanischen Raum gekennzeichnet. Es ist anzunehmen, daß sich die Maya in dieser Zeit häufiger als zuvor auf den Tempelpyramiden versammelten, um die lebenswichtige Sonne, die sich so häufig verdunkelte, mit vermehrten Blutopfern zu beschwichtigen.


Abb. 2: Eine Sonnenfinsternis sollte nicht ohne spezielle Schutzbrille beobachtet werden.
Der kritische Zeitpunkt bei einer Sonnenfinsternis ist der, wenn die Sonne nach einer 100%igen Verdunkelung wieder hinter dem Mond hervorkommt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Pupillen des Beobachters durch die vorherige Dunkelheit extrem weit geöffnet und das gleißende Sonnenlicht trifft ungehindert und durch die Linsenwirkung des Auges gebündelt auf die Netzhaut. Dies führt unweigerlich zur Erblindung.

Während heutzutage speziell angefertigte Schutzbrillen, das ungefährliche Betrachten einer Sonnenfinsternis gestatten, führte es zu damaliger Zeit zur Erblindung weiter Bevölkerungsteile.


Abb. 3: Zur Zeit der Maya waren Sonnenschutzbrillen noch nicht erfunden.

Abb. 4: Heutzutage besteht das Erblindungsrisiko kaum noch.
In dem Zusammenhang stellte sich die Architektur der Maya-Stufentempel als fatal heraus. Die Pyramiden wurden sehr hoch und extrem steil errichtet. Die auf der Plattform versammelten Maya taumelten blind und orientierungslos herum und stürzten schließlich die Treppen hinab, was ihnen das Genick brach. Auffällig große Knochenfunde am Fuß der Stufentempel sowie die stark eingekerbten Stufen untermauern diese These.
Die Bevölkerung der Maya nahm durch diese "Unfälle" dramatisch ab, was erneut als Zeichen der Ungnade von Seiten der Sonne interpretiert wurde, wodurch sich ein Teufelskreis aus erneuten Opfern und Todesfällen bildete. Als schließlich die spanischen Eroberer erschienen, hatte die Bevölkerungsentwicklung bereits so extreme Formen angenommen, daß sich das Volk der Maya davon nicht wieder erholen konnte. So gingen sie zwangsläufig unter.

Abb. 5: Orientierungslos geworden ist das Schicksal der Maya besiegelt.

Reinhard Kreutz [zurück]